Verborgene Schätze <br> unterm Ifinger

Verborgene Schätze
unterm Ifinger

Wer heute mit der modernen Seilbahn hinauf ins Ski- und Wandergebiet Meran 2000 fährt, kann nur schwer erahnen, welch geologische Fundgrube er hier gerade überquert. Noch welche Naturgewalten einst in der wildromantischen Schlucht tief unter den eigenen Füßen am Werk waren.

Pünktlich verlässt die Bahn das moderne Gebäude der Talstation und schwebt hinauf in Richtung Hochplateau. Die Fahrt mit der geräumigen Gondel verläuft ruhig und angenehm leise. Sieben Minuten sind’s bis zur Bergstation. Gerade mal Zeit genug, um sich einen Überblick zu verschaffen. Üppiger Alpenrosen-Tannenwald, kahler Fels, sanfte Grünflächen, steil aufragende Gipfel: Das Landschaftsbild zeigt sich kontrastreich und faszinierend zugleich. Tief unten in der Schlucht, ein geologisches Highlight: die Periadriatische Naht. Die bedeutendste tektonische Störungslinie der Alpen, der Punkt, an dem die eurasische und afrikanische Kontinentalplatte aufeinandertreffen.

Genau hier, direkt unter unseren Füßen. Im Sommer ist die Verbindungslinie durch die unterschiedliche Färbung der beiden Felsformationen deutlich erkennbar: links der weiße Ifinger Granit, rechts die rote Bozner Quarzporphyrplatte. Wie passend übrigens, dass sich der rote Porphyrton auch in der Fassade der Tal- und Bergstation wiederfindet.
Erkennbar, wenn auch meist hinter Wald und Fels versteckt, ist auch das schmale, silbergraue Band des Naifbachs. Kaum vorstellbar, dass dieser so bescheiden anmutende Wasserlauf, der hoch oben am Ifinger entspringt und sich auf einer Länge von 11 km talwärts windet, einst Ursache verheerender Überschwemmungen und Erdrutsche war. Bis ins 20. Jahrhundert herauf berichten die Chroniken von heftigen Gewittern vom Ifinger her, bei denen Wassermassen des Naifbachs durch die enge Felsschlucht mit Bäumen, Geröll und Schlamm zu Tal donnerten und auf ihrem Weg Häuser, Felder und Straßen mit sich rissen.

Durch die Errichtung von Schwellen und Sperren und die Aufforstung der Flächen wurde der Naifbach im Zuge der Jahrzehnte gezähmt und seiner zerstörerischen Kraft beraubt. Bis heute aber erinnern im Naiftal Bildstöcke, Gedenktafeln und Kapellen an die Ereignisse von damals: Der Metzner Bildstock, der von der Rettung des Metznerbauern aus einem Naif-Hochwasser um die Mitte des 18. Jahrhunderts zeugt; die Naif Kapelle, die nach 1698 zum Schutz vor Überschwemmungen errichtet wurde, oder die Kapelle zu Ehren des „Wetterherrn“ Oswald, die von den Bewohnern Haflings schon im Jahr 1641 „zur Abwendung schädlicher Hochgewitter“ am Fuße des Ifingers erbaut wurde, sind dabei nur einige der steinernen Zeitzeugen, auf die Wanderer und Speedhiker heute treffen, wenn sie das Naiftal durchwandern, um hinauf zur Bergstation der Seilbahn zu gelangen.
Verborgene Schätze <br> unterm Ifinger
Verborgene Schätze <br> unterm Ifinger
Der Bergerith - heute in veredelter Form als Meranith bekannt - ist eine Varietät von Jaspis (Quarzgruppe).
Doch das Gebiet an den Ausläufern des Ifingers birgt auch versteckte Schätze. Vor etwa 280 Millionen Jahren bildeten Lavaströme und heftige Explosionen eines der größten Vulkangebiete der Welt. Zwischen den glühenden Lavablöcken ließen heiße Wässer einen besonderen Stein im Naiftal, oberhalb von Meran, entstehen. Der Bergerith – heute in veredelter Form als Meranith bekannt - ist eine Varietät von Jaspis (Quarzgruppe) und wurde im Jahr 2007 vom Mineraliensammler Paul Berger im Naiftal entdeckt. Er besteht aus den Elementen Silizium, Sauerstoff und Spuren von Eisen und wird der Familie des Jaspis zugeordnet. Seine rot-feurigen Adern in einer sattgrünen Matrix machen ihn zu einem einzigartigen Schmuckstein.

Zehn Jahre später hebt sich der Nebel, der diese exklusive Rarität lange Zeit umhüllte, dank dem Südtiroler Goldschmied Konrad Laimer wieder – ein Meister der Schmuckschmiedekunst, der seit Jahren mit großer Leidenschaft die Schätze seiner Heimat erforscht und in seine Arbeit einbindet.
Die Materialien verwandelt Laimer in Schmuckstücke, die in einer modernen, klaren und eleganten Formsprache von ihrem Ursprung erzählen. Wie auch bei seinen früheren Kollektionen hat der Schmuckkünstler bei seinen Meranith-Kreationen die Ausdruckskraft des Materials genutzt, um die Einzigartigkeit des Steins hervorzuheben und sie fest mit der Person, die ihn trägt, zu verbinden. LESE HIER DIE GESAMTE ENTSTEHUNG DES MERANITHS NACH >


UNSER TIPP:
Gesteinsübergreifendes Bergerlebnis
550 Höhenmeter, 1.000 m Stahlseil, 2 Gesteinsarten im fliegenden Wechsel: Auf dem Heini Holzer Klettersteig auf der Sonnenseite des Ifingers ist der Übergang von Porphyr zu Granit aus nächster Nähe sicht- und erlebbar.


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